Beide Wege führen zu einem schönen Bonsai. Der Unterschied liegt darin, was am Ende sichtbar sein soll: die Hand des Gestalters oder die Kraft der Natur.
Traditionell japanisch
Das Ideal
Klare Formen, gleichmässige Polster, perfekt gelenkte Äste. Ein Baum, wie er sein könnte – kunstvoll, aber so wächst kein Baum in der Natur.
Unregelmässig, kantig, vom Wetter gezeichnet. Der Baum soll aussehen, als stünde er seit hundert Jahren an einer Felskante – auch wenn viel Arbeit dahintersteckt.
Mach deine Bonsai wie Bäume – nicht deine Bäume wie Bonsai.
Frei nach John Naka, einem der grossen Lehrmeister der Bonsai-Kunst.
Yamadori
Vom Berg in die Schale
Yamadori sind Bäume, die in der Natur gewachsen sind – oft über Jahrzehnte unter harten Bedingungen an Felsen und in den Bergen. Wind, Schnee und karger Boden haben sie geformt.
[Platzhalter: Wo und wie findest du deine Bäume? Welche Arten? Wie lange ruht ein Yamadori, bevor du ihn gestaltest?]
Wichtig: Bäume nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers ausgraben und Schutzgebiete respektieren.
Jin nennt man abgestorbene, entrindete Äste, Shari entrindete Streifen am Stamm. Im wilden Stil zeigen sie, was der Baum erlebt hat – Blitz, Schneebruch, Trockenheit.
[Platzhalter: Wie arbeitest du Totholz heraus? Werkzeuge, Pflege, Holzschutz?]